Fatimas Hand

‚Ich führe Dich. Wir haben nicht viel Zeit. In 30 Minuten wird der Eingang zur Kasbah geschlossen.‘ ein älterer Marokkaner winkt mich hektisch zu sich. Das Altstadtviertel Rabats thront von dicken Steinmauern umschlossen auf einer Felsklippe über der Stadt nahe dem Meer. Ich traue seinen Worten nicht. ‚Nein danke.‘ ich hebe abwehrend die Hand. Er … Mehr Fatimas Hand

Ein halber Sitzplatz

Ich nehme auf dem Beifahrersitz des weißen Mercedes Platz, der definitiv schon bessere Zeiten gesehen hat. Sein heller Lack ist verbeult und von bräunlichen Roststreifen überzogen. Wie ein gleichmäßiges Muster an Altersfalten ziehen sich die rotbraunen Streifen über den gesamten Wagen. ‚Ein Platz?‘ fragt der Fahrer. Wortlos nicke ich und drücke ihm ein paar Dirham … Mehr Ein halber Sitzplatz

Marokkanische Verlässlichkeit

‚Mein Name ist Hassan. Ich besuche in Fez meine Mutter und meinen Bruder. Ich arbeite eigentlich in Darmstadt.‘ freundlich nickt mein Sitznachbar mir zu. Fest drücke ich die mir entgegen gestreckte Hand. ‚Ich reise quer durch Marokko.‘ erkläre ich ‚von Fez bis nach Marrakesch.‘ ‚Allein?‘ Hassans verblüffter Tonfall wird untermalt von seiner erstaunt gerunzelten Stirn. … Mehr Marokkanische Verlässlichkeit

9000 Franken Trinkgeld

‚Wieviel Uhr ist denn.‘ murmele ich schlaftrunken und blinzle mit müden Augen in Richtung meiner Mutter. ‚Acht Uhr.‘ meint diese mit einem Blick auf die Uhr. Langsam richte ich mich auf und schlurfe ins Bad. Erst nach der Dusche schaue ich auf mein Handy. ‚Es ist gerade mal 7.‘ vorwurfsvoll und mit entgeisterter Mimik sehe … Mehr 9000 Franken Trinkgeld

Brunnen und Bären

Ich ziehe die Autotür auf und werfe den Koffer meiner Mutter auf den Rücksitz. Dieses Wochenende verbringen wir zusammen in der schönen Schweiz. Der Himmel liegt in einem schattigen Hellgrau. Es wird bald anfangen zu regnen. Während der Fahrt nach Bern erzählt mir meine Mutter von ihren neuen Nachbarn. ‚Die Rauchen so süßlich duftendes Zeug. … Mehr Brunnen und Bären

Abschied von der russischen Mentalität

Am Abend werde ich die russische nicht lächelnde Mentalität hinter mir lassen. Genug Zeit um die Peter- und Paulfestung zu besuchen. Russland ist ein interessantes Land, unterscheidet es sich doch so stark im Denken der Gesellschaft von meinem Heimatland. Ich bin froh wieder nach Hause zu fliegen. Mit der Mentalität kann ich mich schwer abfinden. … Mehr Abschied von der russischen Mentalität

Das Lächeln eines Kindes

Schläfrig und behäbig sinke ich langsam auf den Stuhl der Gemeinschaftsküche. ‚Dobre utra (Guten Morgen).‘ sage ich laut und deutlich. Ausdruckslos sehen mich die Gesichter der russischen Hostelgäste an. Kein freundliches Wort oder Lächeln, nicht einmal ein zaghaftes Nicken des Kopfes. Wortlos streifen mich ihre reglosen Blicke für Sekunden, dann drehen sie sich wieder weg. … Mehr Das Lächeln eines Kindes

Das Venedig Russlands

‚Mein Name ist Natalia. Wenn Du etwas brauchst, kannst Du hier klingeln, ich komme dann gleich.‘ Die kleine Zugbegleiterin in den mittleren Jahren hat ein strahlendes Lächeln für mich. ‚Was möchtest Du morgen zum Frühstück? es gibt Pfannkuchen oder Omelette.‘ ‚Omelette.‘ entscheide ich. Auf meinem Bett befinden sich nur zwei Kissen. Ich werfe mich auf … Mehr Das Venedig Russlands

Russlands melancholische Seele

Meine Nase hängt ein paar Zentimeter über der Kaffeetasse, der feine Duft streichelt wie ein warmer Hauch über mein verschlafenes Gesicht. Tief atme ich das Aroma der Bohnen ein, welches sich als feiner Nebel durch das gesamte Kaffeehaus kräuselt. Gegenüber sitzt ein zierliches, junges Mädchen. Ein verblassendes lila Veilchen ziert ihr rechtes Auge bis hinauf … Mehr Russlands melancholische Seele