Ein Stück von Brasilien in England

Wer möchte nicht gern einen Hauch von Brasilien erleben ohne eine Fernreise antreten zu müssen? Möglich ist dies in London zum Notting Hill Carnival. Jedes Jahr am letzten Augustwochenende eifert der Londoner Stadtteil Notting Hill mit seinem bunten Karneval dem großen Bruder in Rio nach und muss sich keinesfalls schämen.Der Carnival zieht bis zu 1,5 Millionen Teilnehmer und Schaulustige an und ist damit eine der größten Massenveranstaltungen in Europa. Über 40 kleine Musikbühnen unter freiem Himmel verteilen sich über das gesamte Stadtviertel. Die Teilnehmer sind meistens afrikanische und karibischer Einwanderer.

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An einem Samstag beginnt der Notting Hill Carnival mit einem Wettbewerb Londoner Steelbands. Am nächsten Tag findet der Umzug von Kindern und Jugendlichen statt. Der folgende Montag ist der britische Feiertag August Bank Holiday, an diesem Tag findet die Hauptparade statt. Die Gesamtroute erstreckt sich dabei über fünf Kilometer durch die Hauptstraßen von Notting Hill. Zahlreiche Trucks mit Steelbands oder mobilen Soundanlagen fahren gefolgt von kostümierte Gruppen durch den Stadtteil. Die Stimmung auf Europas größtem Straßenfest ist unbeschreiblich. Nach wenigen Minuten wiege auch ich mich im Takt der Musik.

carnival-1806244.jpgAn jeder Ecke erwarten mich andere Klänge. Verschiedene Bands spielen Reggae, Dancehall bis hin zu Dubstep. Ich bestelle karibisches Essen an einem der vielen Open-Air Barbecues am Straßenrand. ‚Jerk Chicken‘, das ist gegrilltes Hühnchen mit Reis und schwarzen Bohnen.Das Ende des Karnevals will ich nicht abwarten. Dann strömen die unübersichtlichen Menschenmassen alle zeitgleich in die Bahnzugänge zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die begrenzten Treppenzugänge führen unweigerlich zum Stau durch den kontinuierlichen Menschenstrom. Es kann dann eine Ewigkeit dauern Notting Hill zu verlassen. Ich geh etwas früher zur U-Bahn Haltestelle.

Den Rest des Tages streife ich durch London. Mein Spaziergang führt vorbei an Westminster Abbey und dem Parlament.  Die Wachablösung vor dem Buckingham Palace ist leider schon vorbei. Diese findet um 11:00 Uhr am Morgen statt. Ich schlendere weiter und betrachte die wechselnde Leuchtreklame am Piccadilly Circus. Ich bin ein großer Fan von London. Diese Stadt bietet so viel, egal zu welcher Jahreszeit.

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Endlich erreiche ich die St. Pauls Cathedral und überquere schließlich die Tower Bridge. Ich beobachte die Menschen beim Überqueren der Brücke und gönne mir eine Pause. Die Atmosphäre ist fantastisch, das pulsierende Leben in London ist einfach schön. So gut fügt sich alles ineinander, tolle Parks, Museen und die liebenswerten Engländer. Die Stadt bildet einen kontinuierlichen Mix aus Alt und Neu. Der Großteil der  Londoner ist freundlich und höflich. Für eine Metropole ist diese Großstadt sehr sauber, die U-Bahn ist ist viel gepflegter als in Paris oder Berlin. Den Rest des Tages verbringe ich im London Dungeon. Eine gute Idee finde ich zunächst. Dann betrete ich die ‚Kammer der Serienmörder‘. Schon nach wenigen Schritten schnellt eine Gestalt vom Boden auf und umklammert meine Brust. Ich fühle die Klinge eines Messers am Hals. ‚Du und mein Messer können gute Freunde werden.‘ raunt eine flüsternde Stimme in mein Ohr. Ich bin erstarrt vor Schreck, ich habe die Person überhaupt nicht kommen sehen. Ungewöhnlich schnell verlasse ich die Kammer. Eine freudigere Atmosphäre und angenehme Gesellschaft suche ich im nächsten Pub. Schnell werde ich fündig. Die ausgelassenen feiernden Engländer bringen mich bald auf andere Gedanken.

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